flyer malta

Es scheint so zu sein, dass Malta kultur-historisch und damit auch sprachlich in den Schnittlinien zwischen Christentum und Orient liegt.

Die moderne Kunst orientiert sich nach Europa.

 

 

Abb. James Vella Clark, Summer Landscape. Acryl on canvas, 2004.


Vortrag von Roswitha Siewert am 8. März 2005 in der Volkshochschule Lübeck:

Zwei kleine rote Punkte im Mittelmeer zwischen Italien und Tunesien oder Europa und Afrika markieren Malta- großgeschrieben. Gozo als kleine Vorinsel wird noch benannt. Comino, der Krümel einer Insel dazwischen vervollständigt Malta als eins der zehn neuen Länder der Europäischen Union seit dem 1. Mai 2oo4. Malta ist die größte Insel mit der Hauptstadt Valetta im Südosten

Für Homer war Malta der Nabel des Meeres. Meereslandschaften mit Fels an der Westküste von Gozo, recht ein Teil der blauen Grotte , die nur mit dem Boot zu erreichen ist. Steinen, Stein schlechthin, nicht nur majestätisch im Ansehen, auch nicht als möglicher Steinbruch, sondern Gegenstand einer ehrfurchtsvollen Verehrung. Seine Widerstandskraft, sein Trägheit, seine Schönheit,seine Größe und Vielfalt der Konturen,seine Härte,seine Farbe vermitteln etwas Unmenschliches, vielleicht auch et5was Außer- oder besser Übermenschliches. Naturwerke,die nicht nur die Begeisterung der Malta-Urlauber in Gang setzt, sondern Ausgangspunkt oder ideelles Material einer sehr frühen Hochkultur wurde und noch heute die maltesischen Künstler animiert.

„Die Ganze Insel sieht wie eine ungeheure Befestigung aus. Solch aufgetürmte Massen" schrieb Samuel Taylor Coleridge, ein englischer Schriftsteller, als er im Jahre 18o3 vom Schiff aus sich der Insel und der maltestischen Hauptstadt näherte. Valletta:Ihre umwerfende gebaute Schönheit macht sie noch heute zu einer der beliebtsten Reiseziele, nicht nur für Sprachreisen.
Valletta, als Weltkulturerbe unschwer zu erkennen, liegt mit seinen Palästen und Kirchen von einer massiven Ringmauer und Bastionen umschlossen auf einem 6o Meter hohen Felsen. Golden schimmern die in paralleln Straßenzügen angeordenten Sandsteinhäuser. Das wehrhafte Valetta, Mitte des 16. Jahrhunderts gegründet und seit der Öffnung des Suezkanals einer der bedeutetsten Flottenstützpunkte des britischen Imperiums. Blau und Grün das umgebene
Meer mit den farbfrohen Fischerbooten in allen frischen Farben kräftig und klar angemalt. Sie sind im Naturhafen geankert oder angebunden.

Links der Aussichtsturm Vedette. Auge und Ohr,Sehen und Hören, jeden Ankömmling in den Blick nehmen und ihm aufmerksam zuhören,wachen über Stadt und Meer." Verfluchter Felsen „ nannte Sultan Suleiman der Prächtige 1565 die Mittelmeerinsel.An ihr scheiterte jede weiter Ausbreitung des Islam. Mit dem Mut der Verzweiflung hatten die Ritter des 1530 nach Malta verlegten Ordens des heiligen Johannes allen Angriffen einer fünffachen Übermacht stand gehalten.

Etwas Geschichte, dazu ein Kampfgetümmel, ein Fresko aus dem großen Rathaussaal und rechts ein Großmeister von Caravaggio gemalt:
Karl V. hatte dem Orden die Maltesischen Inseln als Lehen übergeben. Seitdem nannten sich die Johanniter Malteser. Malta wird zum Schild Europas gegen die Türken und gegen das Piratenunwesen im Mittelmeer. Der während des ersten Kreuzzugs durch Gottfried von Bouillon gegründete Johanniterorden war als einziger der vielen Kreuzfahrerorden zur Verteidigung des heiligen Grabes übriggeblieben und hatte im 14. Jahrhundert die Aufgabe übernommen die Küsten zu schützen.Die innere Struktur des Ordens blieb über Jahrhunderte unverändert: an der Spitze der Gemeinschaft stand der auf Lebenszeit gewählte Großmeister, der von einem Generalkapital unterstützt wurde, indem Gesandte aus den Ordensbezirken aller (acht ) Heimatländer vertreten waren. Die Ritter waren ledig und adlig, mussten Gehorsam, Armut und Keuschheit geloben und ihre Bereitschaft erklären, den Glauben mit der Waffe zu verteidigen. Hier nun der Großmeister de Wignacourt. Der Page trägt den weiß rot befederten Helm für ihn, das schwarze Hosengewand den Malteserorden.
Das Bildnis des Großmeisters Alof de Wignacourt in der Rüstung mit seinem Pagen, um 16o8 ( Paris, Louvre)Die Großmeister umgaben sich mit höfischer Pracht und Pagen. Gemalt-eben- von Caravaggio, der augenblicklich durch seine Ausstellung der späten Werke Furore macht. Als „Punk des Barock" bezeichnet wird er uns heute noch beschäftigen. Als Caravaggio 16o7 nach Malta kommt, ist die Insel seit mehr als siebzig Jahren Herrschaftsgebiet der Johanniter.

Romantisch verklärt wirken die kriegerischen Aggressionen heute, wo der Schwerpunkt der Johanniter sich in den sozialen Bereich verlagert hat. Denken Sie an unsere Johanniter-Unfall-Hilfe, die auf ihren Autos das roter Kreuz trägt oder an den mit speziellen Kräutern versehenen Malteser , ein Aquaqvit, der auch unter diesem Stern wirbt.

Der Malteserstern und die rotweiße Flagge tauchen dekorativ wehend oder das Fensteroberlicht markierende, als Hälfte , auf. Die typischen Balkone Maltas, ob nun zieseliert, weiß verspielt oder aus Holz mit Ausblick auf die Stadt, ein Erbe aus arabischer Zeit, die Balkone. Natürlich saßen Frauen dort, abgeschirmt und isoliert. Aber sie nahmen Anteil am Außen! Sterne, die eben auch die T- shirts in ganz normaler Sternform als dunkles Single- oder in roter Doppelreihung schmücken. Vier Bilder , eines malenden Chronisten des Malteser Alltags Kenneth Zammit Tabona, bunt,licht und einführend in das familiäre und überregionale buchstabiere britisch" sophisticated"- weltmännische übergreifende. Menschen, Landschaft, Blicke in Innenräume und nach Außen vermitteln Malta-künstlerische Gefiltertes, hier mit dem Lieblingstier Katze im Innenraum und, rechts hält der Knabe einen kleinen Vogel auf den Zeigefinger der linken Hand.
Die heutige Originalflagge mit Georgskreuz auf dem Rednerpult vor mir: Weiß steht für Reinheit, Rot für die bewegte Geschichte der Insel, im Oberdeck das Georgskreuz. Offiziell gehisst 1964. Die ursprüngliche Flagge Maltas soll auf den Normannengrafen Roger zurückgehen, der die Insel 1090 den Moslems entriss. Das Georgskreuz wurde der Insel im 2. Weltkrieg für tapferen Widerstand verliehen.